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SKIP: Dem dritten Herr der Ringe-Film eilt jetzt schon ein ungeheurer Ruf voraus - werden die Erwartungen, dass dieser der Größte und Beste von allen ist, erfüllt?
Elijah Wood: Der dritte Film ist der Beste, gar keine Frage. Ich habe noch nie soviel geweint wie bei diesem Film. Die Leute werden schockiert sein, wie intensiv und emotional er ist. Und viel düsterer als die ersten beiden. Diejenigen, die die Bücher gelesen haben, werden wissen, was sie in puncto Story zu erwarten haben, aber das heißt nicht, dass es für sie keine Überraschungen geben wird. Der Herr der Ringe: die Rückkehr des Königs war immer unser Lieblingsfilm während der Dreharbeiten, und ich weiß, dass er auch für Peter mehr bedeutet hat als die beiden anderen.
SKIP: Wie hast du dich am letzten Drehtag gefühlt?
Elijah Wood: Emotional total erledigt und leer. Das war ein vier Jahre langer Arbeitsprozess für uns alle, und nun hatten wir das Ende dieser unglaublichen Reise erreicht. Es war besonders schwierig in Neuseeland, denn wir wussten, dass es das letzte Mal war, dass wir die meisten Crewmitglieder sehen würden. Wir Schauspieler würden uns natürlich weiterhin sehen, aber der Abschied war traurig. Und andererseits war das Gefühl, etwas vervollständigt zu haben, sehr befriedigend.
SKIP: Hat die Arbeit an Der Herr der Ringe dein Leben verändert?
Elijah Wood: Mein Berufsleben und meine Karriere haben sich logischerweise sehr stark verändert. Aber das Wichtigste war, welch tiefen menschlichen Eindruck diese Erfahrung hinterlassen hat. Wir haben 16 Monate lang in Neuseeland unsere Rollen dem Buch getreu so ehrlich wie möglich gelebt und dabei - und das war die bedeutendste Erfahrung für mich - tiefe Freundschaften geschlossen. Ich war 18, als ich begann, und bin jetzt 22. Ich weiß, dass ich mich extrem verändert habe, auch wenn es mir schwer fällt, das genau in Worte zu fassen.
SKIP: Welche Eigenschaften von Frodo hast oder hättest du gern persönlich?
Elijah Wood: Seine Loyalität. Ich hoffe, ich habe diese Charaktereigenschaft, aber für mich ist das auch leichter. Er muss ungeheure Zweifel und Schwierigkeiten überwinden und bleibt trotzdem seinem Ziel und seiner Freundschaft mit Sam treu. Das ist bewundernswert.
SKIP: Wie sehr hat diese Rolle dich als Schauspieler verändert?
Elijah Wood: Ich habe mehr Vertrauen in mein Können, mein Talent. Ich wurde erwachsen, als Mensch und als Schauspieler. Wenn man so früh mit diesem Beruf beginnt wie ich, glaubt man, mit 18 alles zu wissen. Und kommt mit 20 drauf, dass man nichts weiß. Jetzt, mit 22, glaube ich, ein wenig zu wissen.
SKIP: Hat Peter Jackson sich verändert, nachdem der erste Film so erfolgreich war?
Elijah Wood: Er war immer enthusiastisch, und seine Freude über den Erfolg hat das noch verstärkt. Er hatte auf einmal viel mehr Selbstvertrauen in sich und seine Arbeit. Er wusste immer genau, was er wollte. Wenn du für deine Arbeit so toll belohnt wirst, dann bemühst du dich natürlich noch mehr, deine Fans nicht zu enttäuschen. Das gilt übrigens für uns alle. Mit Erfolg kommt Verantwortung.
SKIP: Wie viele Hobbitfüße gingen eigentlich in den vier Jahren drauf?
Elijah Wood: Das Problem war, dass ich Schweissfüsse habe und sich dadurch der Klebstoff immer aufgelöst hat, und dann fielen mir die Hobbitfüße von den Sohlen. Das war lästig - wir konnten ja nicht dauernd neue besorgen, also mussten sie ständig repariert werden. Meine viel häufiger als die der anderen! (lacht)
SKIP: Jeder der Schauspieler durfte sich etwas von den Dreharbeiten behalten - was hast du dir ausgesucht?
Elijah Wood: Wir durften leider nicht selbst wählen! Es wurde uns etwas geschenkt. Und raten Sie mal, was ich bekam?
SKIP: Hobbitfüße?
Elijah Wood: Bingo! Die verschwitzten Hobbitfüße! (lacht)
Bei welcher Szene in "Die Rückkehr des Königs" waren die Aufnahmen am schwierigsten?
Elijah: Die Szene in der Sam und Frodo auf den Vulkan steigen, wo der Ring zerstört werden soll udn ich besinnungslos werde. Erstens handelt es sich um eine Schlüsselszene der Trilogie, in der sich das Schicksal der Beteiligten auf Messers Schneide befindet. In emotionaler Hinsicht war diese Szene besonders schwer zu drehen. Sean Astin und ich waren vor den Aufnahmen zu dieser Szene gleichzeitig ungeduldig und ängstlich. Wir standen ziemlich unter Druck, da die daramatische und tragische Seite dieser Szene unbedingt zum Tragen kommen sollte. Ich hoffe, dass es uns gelungen ist...
Wurde diese Szenne auf einem richtigen Vulkan gedreht?
Elijah: Ich weiß nicht mehr genau, aber ich glaube schon. Die Dreharbeiten liegen schon so lange zurück, dass ich bereits Schwierigkeiten habe, mich an eineige Details zu erinnern. Ich glaube, dass wir die Szene auf dem Ropay gedreht haben, einem Vulkan, der nicht mehr aktiv ist.
Einige haben verlauten lassen, dass Gollum für seine schauspielerische Leistung für einen Oskar hötte nominiert werden müssen. Was denkst du darüber?
Ich schließe mich dieser Meinung an. Selbst wenn Gollum aus synthetischen Bildern erstellt wurde, so darf man die Mimik und die Stimme von Andy Serkis nicht vergessen. Die Leute sind sich nicht im Klaren darüber, wie unglaublich seine schauspielerische Leistungist. Er war phänomenal vor der Kamera udn hat sein bestes gegeben. Wenn wir Szenen mit ihm spielten, machte er die gleichen Bewegungen wie Gollum und kletterte an Felswänden entlang udn sprang in alle Richtungen... Meistens hatte er am Ende des Drehtags blutige Knie! Für micht verdient er auf jeden Fall eine Oskar-Nominierung. Allerding bin ich nicht davon überzeugt, dass die Mitglieder der Akademie meine Meinung in diesem Punkt teilen. [Lachen]
Wenn man "Die Rückkehr des Königs" sieht, hat man den Eindruck, dass Sam der wirkliche Held des Films ist. Was denkst du?
Ich bin mit dieser Sichtweise einverstanden, da Frodo die Reise nicht ohne ihn hätte machen können. Ohne Sam hätte Frodo überhaupt nicht durchgehalten. Er ist wirklich eine unglaublich mutige und mitreisende Persönlichkeit...
Die Trilogie "Der Herr der Ringe" wird sicherlich noch lange in den Annalen der Filmgeschichte bleiben. Bist du dir drüber im Klaren?
Ich glaube, ich werde noch etwas Zeit brauchen, um mir bewusst du werden, dass ich an diesem enormen Projekt teilgenommen habe. Ich ging kürzlich in einen Laden, um das Album "Let it be...Nacked" der Beatles zu kaufen und bin auf eine Colletctor-Ausgabe der "Zwei Türme" gestoßen. Ich sah diese DVD zum ersten Mal udn wusste nicht, dass sie bereits erschienen war. Ich sprang vor lauter Freude in die Luft wie jemand der das Erscheinen dieser Sonderausgabe ungeduldig erwartete. Ich wusste, das die Produktion mir ein Exemplar schicken würde, aber ich wollte nicht abwarten und habe es gekauft! Nicht weil ich darin spiele, sondern weil ich Lust hatte, noch einmal "Die Zwei Türme" zu sehen.
Peter Jackson hat den Wunsch geäußert, das Buch "Der kleine Hobbit" zu realiesieren. Hast du mehr Infos zu diesem Thema?
Nicht wirklich. Ich weiß nur, dass er keine Lust hat, dass ein anderer Regisseur es an seiner Stelle macht und ich verstehe das! Ich weiß nicht, ob er die Rechte für das Buch gekauft hat, aber ich möchte, dass der Film eines Tages realisiert wird, auch wenn ich nicht mitspiele. Als einfacher Zuschauer und Fan von Peter, wäre es etwas, das ichgerne sehen würde.
Sammelst du immer noch alles, was mit "Der Herr der Ringe" zu tun hat?
Ja, ich bin immer naoch davon besessen![Lachen] Ich besitze fast alle Produkte der Trilogie, die bisher vermarktet wurden. Figuren, Puzzle, Kaffeetassen, usw...Ich glaube, ich habe alles!
Was kannst du mir über "Eternal Sunshine Of The Spotless Mind" deinen nächsten Film, sagen?
Es handelt sich um eine komischen und verrückten Film von Charlie Kaufman, der das Drehbuch von "Being John Malkovitch" udn "Adaptation" geschrieben hat. Meine rolle im Film besteht darin, die Erinnerung der Leute auszulöschen. Mehr darf ich zurzeit nicht über den Film sagen...
Hast du immer noch den Ring aus dem Film, den Peter Jackson dir gegeben hat?
Natürlich! Ich werde ihn doch nicht gleich weiter verschenken![Lachen] Ich werde ihn mein ganzes Leben lang behalten. Ich habe ihn an einem geheimen Ort bei mir zu Hause aufbewahrt. Er befindet sich in eienr Schachtel, die sich wiederum in einer anderen bifindet udn nicht einmel meine Gäste dürfen ihn sehen. Der Ring ist mein Eigentum! [Lachen] |