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Cila der Kanalhund - Kanaltauchhund
Cila der Kanalhund - Kanaltauchhund
Cairnterrier Cila aus Uznach wurde 600 Meter
durch ein Kanalrohr geschwemmt.
Es ist ein Wunder, dass die kleine Hündin
Cila überlebt hat.
by courtesy of Verena Schoder, Oberseenachrichten
Wenn Uschi (63) und Leonardo Schiller (68) mit ihrer dreijährigen
Hündin Cila in Uznach spazieren,
passiert es ihnen, dass die Leute stehen
bleiben und rufen: «Das ist doch der
Kanal-Hund!»
Der kleine Cairnterrier
ist in Uznach eine kleine Berühmtheit, denn
eigentlich müsste er tot sein. Es
war an einem Tag der grossen Regenfälle, wo
die Bäche im Linthgebiet über
die Ufer flossen. Leonardo Schiller war mit
Hündchen Cila um 11.30 Uhr wie immer
auf dem täglichen Spaziergang hinter der
Rotfarb beim Steinenbach. Neben dem Steinenbach
entlang gibt es einen
Entwässerungskanal, der an diesem
Tag sehr viel Wasser führte. Cila, die das
Wasser liebt, wollte ihn durchqueren.
«Das tat sie oft, denn unerschrocken wie
Cairnterrier sind, liebt sie Herausforderungen»,
erzählt sein Herrchen. Doch
dieses Mal gings schief, Cila hatte die
Wucht des Wassers unterschätzt, wurde
wie ein Ball ins Rohr gespült und
verschwand spurlos im Dunkeln.
Die Unglücksstelle in Uznach, wo die
Hündin Cila ins unterirdische Rohr gespült
wurde
Leonardo
Schiller blieb vor Schreck fast das Herz
stehen: «Das ging alles blitzschnell.
Mir war sofort klar, dass sie da aus eigener
Kraft nicht mehr heraus konnte».
Er benachrichtigt
seine Frau zu Hause,
die sich sofort zur Unglücksstelle
aufmachte.
Nachbarn begleiteten sie, Freunde
kamen zu Hilfe, immer mehr Menschen
gesellten sich dazu, riefen und suchten
kreuz und quer das ganze Gebiet ab. Nach
eineinhalb Stunden wurde klar, dass man
Cila so nie finden würde. «Wir wussten
ja nicht einmal, wohin das unterirdische
Rohr führte», erzählen Schillers. Sie
hatten sogar bei der Gemeindeverwaltung
nach Bauplänen gefragt, aber dafür sei
die Linthmelioration zuständig, wurde
ihnen beschieden.
Kanalfernsehen.
Es gab nur eine Lösung: ein Kanalfernseher
musste her. Die Firma Elsener hatte grosses
Verständnis, kam sofort und bemühte
sich mit ihren technischen Mäglichkeiten,
das arme Tier in dem bis obenhin mit Wasser
gefüllten Rohr zu finden (das unter
dem Steinenbach wie ein Siphon hindurch
geht, Anm. sostiere). Dem ganzen
Entwässerungskanal entlang gibt es
Kontrollschächte. In jeden von ihnen hatte
Elsener die Kanalkamera eingeführt
und nach links und rechts das Rohr abgesucht.
Aber da gab es nur Wasser und Dunkelheit.
Die Hoffnung, unsere Cila zu finden,
sank. «Alle waren der Meinung, dass
der Hund verloren ist und man ihn wohl nie
mehr finden würde», erinnern
sich Schillers. In dieser traurigen Stimmung
tauchte plätzlich ein älterer
Herr mit Hund auf und wies die Leute an: «Ihr
müsst da entlang (dem Winschutzstreifen
entlang, Anm. sostiere) suchen!» Der
Mann erinnerte sich an die Bauzeit des
Entwässerungskanals anno 1957 und wusste,
dass dieser im Kaltbrunnerriet beim Entenseelein
endete.
Welche Freude - Cila lebte.
Es war mittlerweile 14 Uhr, als
die Sucher beim Aussichtsturm im Kaltbrunnerriet
ankamen und sie trauten sie ihren Augen nicht:
Cila sass wie ein nasses zittriges
Häufchen Elend genau am Ende des
Rohrs. Welche Freude!
Im Kaltbrunner Riet, 600m vom Kanaleingang entferent, kam Cila wieder ans Tagslicht und kletterte erschöpft
aufs Kanalbord hinauf
Wie Uschi und Leonardo
Schiller später in Erfahrung bringen,
muss es Cila ziemlich schnell durch
den rund 600 Meter langen Kanal gespühlt
haben. (Dazu musste sie über viele
betonierte Querriegel klettern, Anm. sostiere).
Teils unter Wasser, teils über
Wasser, sicher ist, sie hatte immer wieder
Gelegenheit, um Luft zu holen. Als
sie nach vermutlich einer halben Stunde
wieder draussen war, hat sie instinktiv
an Ort und Stelle ausgeharrt und auf Herrchen
gewartet.
Wie auch immer, für
Schillers und ihre Helfer war es eine
Wunderrettung. «Die Hilfe der Firma
Elsener war grossartig und sogar die Rechnung
fiel sehr gnädig aus», freuen sich
Schillers. Natürlich machte die Wunderrettung
schnell die Runde in Uznach und
seither hat Cila als Kanalhund einige
Berühmtheit erlangt.
Inzwischen tollt Cila
mit dem sechsjährigen Pudelrüden
Ingo längst wieder im Garten (und im und am
Steinenbach, Anm. sostiere) herum, vergessen
ist das nasse Abenteuer.
Cairnterrier als Jagdhunde, die unerschrocken
in jedes Fuchsloch schlüpfen,
gelten als besonders robuste Charaktere.
Hat Cila heute Angst vor Wasserrohren?
«Cila nicht, aber ich!» verrät
Leonardo Schiller und drückt seine vierbeinige
Freundin fest an sich.
Die Vier glücklich wieder vereint:
Leonardo Schiller mit Cairnterrier Cila und Uschi Schiller mit Pudel Ingo
Text und Foto Verena Schoder
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