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Historische Streckenbeschreibung der Nebenbahn Göppingen-Schwäbisch Gmünd
Die folgenden Streckenbeschreibungen erschienen im württembergischen Staatsanzeiger im Zusammenhang mit der Nachricht von der Eröffnung
der jeweiligen Teilstrecke:
"Die neue Bahn zweigt von dem Hauptbahnhof Gmünd in der Höhe von 319,06 m über N.N. ab. Sie läuft zunächst der Remsbahn entlang nach
Südwesten, wendet sich dann in einem halbkreisförmigen Bogen nach Osten an den Nordhang des Sichenberges und kreuzt dabei die Staatsstraße Stuttgart-Nördlingen [heute Lorcher Straße] schienengleich, ferner den Mühlbach, die Rems und einen Nachbarschaftsweg mit je einer eisernen Brücke. Am
Sichenberg und später am Straßdorfer Berg mit 1:40 ansteigend, überschreitet die Bahn nacheinander die neue [heute Rechbergstraße] und die alte Nachbarschaftsstraße Gmünd-Straßdorf schienengleich und sie erreicht bei km 3+253 den Haltepunkt Gmünd Süd.
Die Bahn zieht nun weiter am Nordhang des Straßdorfer Berges mit Steigungen 1:48 und 1:61 hinauf, wendet sich bei km 4,5 dem Abhang
des Waldstetter Bachs entlang nach Süden und bei km 6 wieder nach Westen und erreicht mit einer Steigung von 1:74 die Höhe von Straßdorf. Die Haltestelle Straßdorf ist bei km 6+689 in der Höhe von 410,46 m über N.N. südlich vom Ort, zwischen zwei schienengleichen Überfahrten der Nachbarschaftswege nach Waldstetten und nach Rechberg-Donzdorf, angelegt.
Von Straßdorf aus zieht die Bahn im allgemeinen in südwestlicher bis westlicher Richtung vielfach gekrümmt in dem stark welligen Gelände weiter. Dabei wechseln häufig tiefe Einschnitte mit hohen Dämmen ab, da die Bahn von Straßdorf bis Wäschenbeuren viele Bergköpfe durchschneiden und 12 tief eingeschnittene Klingen des Tiefenbachs, des Lichtbachs, des Holzingerbachs und des Beutenbachs mit ihren Seitenbächen übersetzen muß.
Nachdem die Bahn den Nachbarschaftsweg von Straßdorf nach Metlangen nördlich vom Ort Metlangen schienengleich gekreuzt hat, gelangt sie mit Steigungen von 1:150, 1:400 und 1:57 in einer Höhe von 431,11 m über N.N. bei km 9+257 zur Haltestelle Metlangen=Hohenrechberg. Noch innerhalb des Bahnhofs kreuzt die Bahn sodann den Nachbarschaftsweg von Metlangen nach Reitprechts; sie zieht hierauf am Nordabhang des zwischen dem Hohenrechberg und dem Hohenstaufen befindlichen Höhenzuges, des Aasrückens, hin und erreicht bei km 10+280 den südöstlich vom Ort gelegenen Haltepunkt Reitprechts (436,92 m über N.N.) und bei km 12+123 (440 m über N.N.) den Haltepunkt Lenglingen, der südlich von der Ortschaft angelegt ist. Am Ende dieses Haltepunkts überschreitet die Bahn die Straße von Lenglingen nach Hohenstaufen schienengleich und sie gelangt, zwischen dem Ziegerhof und dem Maitishof-Hirschhof hindurch horizontal verlaufend, bei km 13+408 zur Haltestelle Maitis=Hohenstaufen. Der Bahnhof, von dem auch der Hohenstaufen auf dem nächsten Weg zu erreichen ist, liegt südlich vom Ort Maitis und hat eine Höhe von 440,50 m über N.N.
Von hier an fällt die Bahn ununterbrochen in der Richtung gegen Göppingen, und zwar zunächst mit 1:96 bis zu ihrem vorläufigen Endpunkt, der Haltestelle Wäschenbeuren, die sie bei km 16+328 in einer Höhe von 419,60 m über N.N. erreicht. Kurz vor dem Bahnhof wird der Weg Maitis-Wäschenbeuren mittels einer gewölbten Betonbrücke über die Bahn hinweggeführt."
Staatsanzeiger 1911, Verwaltungsbericht der Königlich Württembergischen Verkehrsanstalten, Etatjahr 1911, Seite 16f
"Von der Haltestelle Wäschenbeuren, die in einer Höhe von 417,97 m über N.N. angelegt ist, verläuft die Bahn mit einem Gefälle von 1:40 zunächst in südwestlicher Richtung gegen das Sonderbachtal, wobei die Mühlgasse in Wäschenbeuren schienengleich gekreuzt und der Nachbarschaftsweg Wäschenbeuren-Hohenstaufen mit einer Betonbrücke über die Bahn geführt wird. Dann überschreitet die Bahn das Sonderbachtal auf einem 21 m hohen Damm im Bogen von 250 m Halbmesser und zieht sich in westlicher Richtung am südlichen Hang dieses Tales hin, bis sie bei km 17+500 das Krettenbachtal erreicht. Hier läuft sie zunächst in südwestlicher, dann in westlicher Richtung, kreuzt dabei die alte Straße Göppingen-Wäschenbeuren sowie den Nachbarschaftsweg Birenbach-Oberhausen in Schienenhöhe, übersetzt den Krettenbach mit einer eisernen Brücke und erreicht bei km 19+429 die Haltestelle Birenbach. Der Bahnhof liegt südwestlich vom Ort Birenbach an der Staatsstraße Göppingen-Lorch in der Höhe von 349,69 m über N.N.
Am Ende der Haltestelle überschreitet die Bahn den Krettenbach zum zweitenmal mit einer eisernen Brücke, sie zieht sich dann mit einem Gefälle von 1:105 westlich, später südwestlich an dem bewaldeten Hang des Burgholzes hin und erreicht bei km 20+952 den Haltepunkt Adelberg=Börtlingen, 338,20 m über N.N. Von hier aus verläuft die Bahn in nahezu südlicher Richtung mit Gefällen von 1:200 und 1:85, sie umfährt in einem großen Bogen die Ortschaft Rechberghausen und gelangt, nachdem sie die Staatsstraße Göppingen-Lorch in Schienenhöhe gekreuzt hat, zur Haltestelle Rechberghausen. Diese liegt bei km 22+390 südlich vom Ort an der Staatsstraße Göppingen-Lorch in der Höhe von 329,50 m über N.N.
Nach dieser Haltestelle überschreitet die Bahn den Aalbach auf einer eisernen Brücke, dann fällt sie mit 1:400, 1:80 und 1:60 gegen das Marbachtal, das sie bei der Bartenbacher Sägmühle erreicht. In diesem zieht sie sich an der rechten Seite in südwestlicher bis südlicher Richtung hin, sie überschreitet bei km 24+533 den Marbach auf einer eisernen Brücke und gelangt bei km 24+833 zur Haltestelle Faurndau Nebenbahn, die nordöstlich vom Orte Faurndau an der Nachbarschaftsstraße nach Bartenbach in der Höhe von 307,10 m über N.N. angelegt ist.
Von Faurndau Nebenbahn aus wendet sich die Bahn gegen Südosten, wobei die Staatsstraße Stuttgart-Ulm am Ende der Haltestelle mit einer Eisenbetonbrücke über die Bahn hinweggeführt wird. Sie tritt nun in das Filstal ein und schließt sich an die Gleise der Hauptbahn Stuttgart-Ulm an, läuft dieser entlang mit Steigungen von 1:303, 1:190 und 1:262 gegen Südosten und endet vorläufig bei km 26+518 in der Haltestelle "Göppingen Nebenbahn". Die vorläufige Haltestelle liegt im Südwesten der Stadt Göppingen zwischen der Wehr- [heute Johannes-Scherr-Straße] und der Sauerbrunnenstraße in der Höhe von 313,39 m über N.N. und ist etwa 700 m vom Bahnhofsgebäude Göppingen entfernt."
Staatsanzeiger 1912, Verwaltungsbericht, Etatjahr 1912, Seite 15f
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